Es ist egal, was ihr tut.

„Es ist egal, was ihr tut.“ Hört sich hart und sehr generalisiert an, aber im Moment ist es genau das was ich denke.

Es ist mir egal, was meine Mutter tut. Was sie an mir auszusetzen hat, oder was sie an mir zu schätzen weiss. (Wobei ersteres definitiv überwiegen wird) Es ist mir egal was sie mit ihrem Leben anfängt oder eben nicht. Mir ist es egal welche Entscheidungen sie trifft oder nicht. Und vor allem ist mir egal was sie von meinem Leben, meinen Entscheidungen oder meiner Beziehung hält.
Es ist mir egal, weil ICH im Moment zähle und nicht das, was andere meinen was richtig ist oder das was andere in ihrem Leben tun oder bleiben lassen.
Es ist mir egal was mein Freund mit unserer Beziehung anstellt. Es ist mir egal ob er mich belügt oder betrügt. Denn über kurz oder lang wird es eh heraus kommen, wenn es denn so ist. Es ist mir egal, denn ich weiss, dass ich auch ohne ihn ein Leben habe. Dass ich auch ohne ihn eine Wohnung unterhalten kann, meine Einkäufe auch allein tätigen kann, meinen Job allein bewältigen kann. Ich kann alles allein schaffen. Und deshalb ist es mir egal was passiert. Wenn alles so bleibt, wie es im Moment ist, ist es schön. Denn im Moment bin ich glücklich. Und sollte es sich zum negativen verändern, werde ich auch mit dieser Situation zurecht kommen. Denn ich bin stark!

Und genau deshalb ist es mir egal, was meine Mutter zu meiner Beziehung meint. Was sie von meinem Freund hält. Es ist mir egal, welche schlauen Ratschläge sie für mich hat. Ich entscheide selbst, was gut für mich ist. Ich entscheide selbst, ob und wie ich meine Beziehung weiterführe.

Ich bin ein eigenständig denkender Mensch, der selbst Entscheidungen treffen kann (egal ob richtige oder falsche). Ich kann alles allein schaffen.
Und dennoch: Danke an all die Menschen, die immer für mich da sind! (leider gehört meine Mutter nicht zu der Gruppe dieser Menschen)

Großstadt

Am Donnerstag Abend bin ich durch meine Großstadt gefahren. Im Radio lief . Wie passend. Denn als ich so auf dem Beifahrersitz satz hatte ich genug Gelegenheit mit die Welt anzusehen.
In so einer Großstadt in der Abenddämmerung bekommt man allerlei zu Gesicht:

Der Vater, der mit seiner kleinen Tochter und dem Hund einen Spaziergang macht.
Ein Opa mit zerrissenen Klamotten, seinen Habseeligkeiten im Schlepptau und einer Bierpulle in deer Hand, der vielleicht noch nicht weiss, wo er die Nacht verbringen soll.
Ein Mann mittleren Alters, der an der Straße steht und sein Auto wäscht.
Ein leerstehendes Hochhaus mit eingeschlagenen Fensterscheiben.
Ein Bürogebäude, auf dessen Eingangstür mit roter Farbe gekritzelt steht „Du bist hässlich“.
Ein junges Pärchen, eng umschlungen und sicher mit den Gedanken, dass die Welt so wie sie jetzt in diesem Moment ist, genau richtig ist.
Eine junge Mutter mit ihren drei Söhnen, wohl auf dem Weg nach Haus, ihr und den Kindern sieht man ihre Armut an.
Ein Reihenhaus mit toller, gemütlich wirkender Deko und Einrichtung, ein Mann sitzt am Klavier.
Ein älteres Ehepaar, das die Straße überquert, beide sehr schick gekleidet. Sie haben sicher einen schönen Abend vor sich.
Die Straßenbahn, voll mit Menschen, die jeder für sich ein eigenes Leben und heute Abend ein anderes Ziel haben.
Ein BMW, voll mit Jugendlichen, die uns überholen und glauben, ihnen gehört die Welt.
Ein Mädchen, vielleicht 12 Jahre alt, allein mit dem Fahrrad. Wahrscheinlich auf dem Heimweg.
Ein Paar, auf dem Fußweg laufend, das sich streitet.
Eine Frau, die in einem Hof vor ihrem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus auf einem Plastikstuhl sitzt und ihren Kindern beim Spielen auf dem Betonfußboden zusieht.
Zwei junge Männer, die sich gerade aus dem Imbiss zwei Döner geholt haben.
Ein halb abgerissenes Haus.
Viele Autos mit vielen unterschiedlichen Menschen, die jeder für sich gerade ihre eigenen Gedanken haben.
Viele Menschen, die auf den Straßen unterwegs sind, zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto, mit Inline Skates, mit der Bahn. Allein, zu zweit, in einer Gruppe, mit dem Hund.

Die Eindrücke dieser Autofahrt haben mich wirklich beeindruckt und mir einmal mehr klar gemacht: You are not alone.